Spezielle Situationen
Kratzbrett & Kratzmatte: sinnvolle Ergänzungen
Ein Kratzbaum deckt einen Punkt der Wohnung ab – gekratzt wird aber im ganzen Revier. Kratzbretter und -matten bringen das Kratzangebot genau dorthin, wo es gebraucht wird: an den Türrahmen, die Sofalehne, auf den Lieblingsteppich.
Horizontal- und Vertikalkratzer
Katzen haben Kratzvorlieben: Die meisten arbeiten bevorzugt vertikal in voller Streckung am Stamm – manche aber genauso gern oder lieber horizontal am Boden, mit durchgedrücktem Rücken über Teppich oder Fußmatte gezogen. Wer nur einen Baum anbietet, lässt die zweite Gruppe leer ausgehen; deren Kratzen landet dann auf dem Teppich. Die Konsequenz ist einfach: beide Ebenen anbieten – der Baum für die Vertikale, Boards und Matten für die Horizontale. Warum Katzen überhaupt so unterschiedlich kratzen, erklärt der Guide Warum kratzen Katzen?.
Die Typen im Überblick
- Wellpappe-Boards: Liegende Kratzflächen, oft als Welle oder Lounge geformt. Das nachgiebige Material ist bei vielen Katzen der Favorit – dafür sind Boards Verschleißware und nach einigen Monaten durchgearbeitet. Mehr zur Materialkunde im Material-Vergleich.
- Sisal-Kratzbretter: Holzplatte mit Sisalseil oder -teppich, für Wand- und Möbelmontage. Deutlich langlebiger als Pappe und die erste Wahl für vertikale Nachrüstungen.
- Kratzmatten: Flexible Sisal- oder Juteflächen zum Auslegen oder Umwickeln – etwa um ein Tischbein oder über die Teppichkante, die ohnehin bekratzt wird.
Strategische Platzierung: Türrahmen, Sofa, Laufwege
Bretter und Matten wirken dort, wo bereits gekratzt wird oder werden will:
- Türrahmen: Ein Klassiker unter den Kratzzielen – prominent, stabil, im Laufweg. Ein vertikal montiertes Sisalbrett direkt am Rahmen nimmt die Stelle in Beschlag, bevor es das Holz tut. Montagehöhe: Oberkante etwa auf 80–100 cm, damit die Katze sich voll strecken kann.
- Sofalehne: Als Anti-Sofa-Einsatz wird das Brett mit Bändern oder Winkeln an der attackierten Lehne befestigt – die wirksamste Einzelmaßnahme aus dem Guide Katze kratzt am Sofa.
- Laufwege und Schlafplätze: Ein Board auf dem Weg vom Schlafplatz ins Wohnzimmer fängt das Dehn-Kratzen nach dem Aufwachen ab.
In kleinen Wohnungen sind Wandbretter oft die einzige Möglichkeit, mehrere Kratzpunkte zu schaffen, ohne Stellfläche zu opfern – konsequent weitergedacht wird daraus eine ganze Kletterwand.
Montage: fest ist Pflicht
Für Kratzmöbel an der Wand gilt dieselbe Regel wie für Bäume: Was nachgibt, wird gemieden. Ein Brett, das beim Kratzen klappert oder sich löst, ist nach zwei Versuchen erledigt. Verschraube Wandbretter mit Dübeln (Klebelösungen nur auf tragfähigem Untergrund und nur bei leichten Boards), und prüfe die Montage mit kräftigem Zug von schräg unten – so zieht auch die Katze.
Vertikale Nachrüstung
Sisal-Kratzbrett zur Wandmontage
- Massive Trägerplatte mit fest verklebtem Sisal
- Nutzbare Kratzlänge ab 60 cm für die volle Streckung
- Verschraubte Montage mit verdeckten Schraubpunkten
Wellpappe-Boards zusätzlich fürs horizontale Kratzen einplanen – sie sind bewusst günstige Wechselware.
Verschleiß einkalkulieren
Bretter und Matten sind Verbrauchsmaterial – und das ist gut so: Ein sichtbar durchgearbeitetes Board heißt, dass es genutzt wird statt des Teppichs. Wellpappe wird gewechselt, sobald sie tief ausgehöhlt ist und krümelt; Sisalbretter lassen sich wie Stämme neu bewickeln oder bekleben. Wichtig beim Austausch: das alte Board erst entfernen, wenn das neue daneben etabliert ist – Katzen hängen an ihren markierten Stellen.
Häufige Fragen
Ersetzt ein Kratzbrett den Kratzbaum?
Nein – es fehlen erhöhte Liege- und Aussichtsplätze, die zum Kernbedürfnis gehören. Bretter und Matten sind die Flächenversorgung im Revier; der Baum bleibt der zentrale Kratz- und Ruheplatz.
In welcher Höhe montiere ich ein Kratzbrett am besten?
So, dass sich die Katze in voller Streckung abarbeiten kann: Oberkante etwa auf 80–100 cm, bei großen Katzen höher. Die untere Kante darf ruhig knapp über dem Boden liegen – so wird die gesamte Länge genutzt.
Wie oft muss ich ein Wellpappe-Board austauschen?
Je nach Kratzfreude alle paar Monate: gewechselt wird, wenn die Wellen tief ausgehöhlt sind und das Board stark krümelt. Viele Boards lassen sich wenden und halten so doppelt so lange.